Von Gloryhunting zu den „German Addicks“
Teil 1 – Die Jahre als Gloryhunter 2003 – 2007
Der erste Kontakt mit Charlton entstand im Jahr 2002. Mit meinen Mitstreitern vom Kickermanagerclub suchten wir ein Ziel für unsere Abschlussfahrt der Saison 2002/2003. Nach den Fahrten zu einem Bundesligaspiel und zweimal zum DFB-Pokalfinale war nun ein Spiel der Premier League im Mutterland des Fußballs ganz oben auf der Liste. Nach einigen Querchecks in unseren Kalendern fiel die Wahl auf das Wochenende vom 26.04.2003 – 28.04.2003. Zur Auswahl standen die Spiele Chelsea – Fulham, Tottenham – Manchester United und Charlton – Southampton. Da wir 6 Karten brauchten und das Internet noch in den Kinderschuhen war, entschieden wir uns für das Spiel Charlton – Southampton, da wir hier die größte Chance auf Eintrittskarten sahen. Ab dem Zeitpunkt beschäftigte ich mich näher mit dem Verein Charlton, um für das Spiel vorbereitet zu sein.
Am frühen Samstagmorgen ging es zum Flughafen nach Dortmund und dann mit dem Flieger nach London Stansted. Zu dem Zeitpunkt war ich der einzige unserer Gruppe, der noch nie in London war. Die Anreise zum Hotel verlief ohne Probleme.

Vom Concierge bekamen wir unsere Tickets für das Spiel und nach einer kurzen Verschnaufpause machten wir uns auf nach Charlton.Auf dem Weg vom Bahnhof Charlton zum Stadion „The Valley“ waren schon viele Fans unterwegs und wir ließen uns mit in Richtung NordWest Tribüne treiben.
Eine Serie von 7 Spielen ohne Sieg, bei 6 Niederlagen, hatte Charlton in der Tabelle den Kontakt zu den europäischen Plätzen gekostet. Die Stimmung im Stadion war von daher sehr angespannt. Charlton machte aber vom Anpfiff an klar, dass die Mannschaft sich für heute einiges vorgenommen hatte. Nach gut 30 Minuten erzielte Charlton die verdiente Führung. Kurz nach der Halbzeitpause erhöhten die Gastgeben auf 2:0. Die Stimmung war mittlerweile so, wie es mir immer vorgestellt hatte. Es wurde viel gesungen und die eigene Mannschaft gefeiert. Quasi mit dem Schlusspfiff konnte Southampton durch ihren Topstürmer James Beattie noch auf 2:1 verkürzen.
Auf dem Rückweg von Charlton in die City war mir schon klar, dass ich wieder zu einem Charltonspiel fahren würde.
Rund ein Jahr später war es dann soweit. Ich konnte einen Kumpel überreden mit mir ein Wochenende in London zu Verbringen. Bedingung war der Besuch des Spiels Charlton gegen Aston Villa. Auch dieses Spiel gefiel mir trotz einer 1:2 Heimniederlage ganz gut. So dass ich in den folgenden Saisons mindestens zwei Spiele besuchte. Irgendwie gelang es mir immer Freunde bzw. meine Freundin zu einem Londontrip zu überreden.

Im Februar 2006 führte das dann zu meinem ersten Auswärtsspiel der Addicks in Tottenham und im weiteren Saisonverlauf 2006 nach Manchester zum letzten Spiel vom langjährigen Trainer Alan Curbishley.

Die Saison 2006/2007 sollte die Premier League Zeit der Addicks beenden. Höhepunkte waren der Silvestertrip mit dem Spiel gegen Aston Villa und der letzte Spieltag mit dem Spiel in Liverpool. Das war eine besondere Atmosphäre und aus dem Charltonblock kamen Gesänge voller Selbstironie (Always look on the bright side of life bzw. That’s why we’re going down bei vergebenen Torchancen).
Bei dem Silvestertrip 2006 blieb leider der Besuch des Auswärtsspiels bei Arsenal im Emirates Stadion auf der Strecke, da das Spiel kurzfristig auf den 02.01.2007 verlegt wurde und wir zum Zeitpunkt des Spiels leider unseren Rückflug nach Deutschland hatten.
So wurde aus dem Gloryhunter ein Fan.
